Mastitis

Was ist Mastitis?


Kurz-Interview Elite 4/2010

In der Buiatrik (Rinderheilkunde) versteht man unter Mastitis eine Entzündung der Milchdrüse. Diese wird durch Mikroorganismen hervorgerufen. Die Faktoren, die zur Entstehung einer Mastitis führen, können sehr vielfältig sein, z. B.

  • Fütterung
  • Hygienemängel
  • Melkanlage
  • Melktechnik
  • Stress
  • Umwelt
  • Veranlagung

Euterentzündungen führen durch Qualitäts- und Leistungseinbußen, kürzere Nutzungsdauer der Kühe sowie Behandlungs- und Sanierungskosten, zu hohen wirtschaftlichen Verlusten in den Milchviehbeständen.

Bedeutung des Zellgehaltes
Eutergesunde Kühe scheiden über die Milch einen geringen Anteil an körpereigenen Zellen aus. Diese Zellen sind auch an der Infektionsabwehr des Euters beteiligt. Kommt es zu einem Anstieg des Zellgehaltes in der Milch, lassen sich Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand der Milchdrüse ziehen. Man geht davon aus, dass mehr als 100.000 Zellen / ml im Einzelgemelk auf eine Erkrankung des Euters hinweisen. Die Milchleistung nimmt mit steigendem Zellgehalt deutlich ab.

Vorsorge / Behandlung
Bereits zu einem frühen Zeitpunkt können Mastitiserreger in der Milch nachgewiesen werden. (z.B. PathoProof™) Die Mastitis kann bereits vor dem Zellzahlanstieg und klinischen Symptomen erkannt und behandelt werden. Unbehandelte Kühe stellen eine ständige Gefahr für den Bestand dar, da sie Entzündungserreger ausscheiden und diese übertragen können.
Zur Verhinderung von Mastitis ist auf eine gute Stall- und Melkhygiene sowie auf eine optimale Haltung von gesunden Tierbeständen zu achten. Bei auftretenden Mastitisfällen sind Strategien und Maßnahmen, zusammen mit dem Tierarzt oder Milcherzeugerberater zu entwickeln, um die Kühe zu heilen und den Bestand zu sanieren.

Unterseiten:
-klassischer Mastitiserreger Nachweis
-Mastitis-Erreger-DNA-Identifikation (MEDI)
-Mastitis-Monitoring

Kontakt:
Institut für Milchuntersuchung Niedersachsen / Bremen GmbH
Marie-Curie-Straße 8
27283 Verden

Tel.: 04231 / 9895-0
Fax: 04231 / 9895-40
Mail: info@ifm-nds.de

NEU: Zukauftiere absichern!!


Unterseiten:
-klassischer Mastitiserreger Nachweis
-Mastitis-Erreger-DNA-Identifikation (MEDI)
-Mastitis-Monitoring

Lassen Sie Ihre Auktions- / Verkaufstiere auf kuhassoziierte Mastitiserreger mit MEDI untersuchen.
Den Begleitschein gibt es hier: Prüfbericht Auktionstiere
Mehr Informationen zu MEDI, dem schnellen Nachweis von Mastitiserregern, gibt es hier: MEDI (Mastitis-Erreger-DNA-Identifikation = PathoProof™)

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NEU: Mastitis Monitoring aus MLP Proben

Regelmäßige Untersuchungen auf Mastitiserreger tragen dazu bei. z.B. Mastitismonitoring mit PathoProof™

In der Checkliste für die QM-Milch Audits werden zum Thema "Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere" auch Eutergesundheitsparameter abgefragt.
Auszug:
1.14 Es werden, wenn notwendig, Einzeltier-Zellzahluntersuchungen durchgeführt
0 nicht erfüllt
1 erfüllt / Zellzahluntersuchung von Einzeltieren im Verdachtsfall
2 Teilnahme an der Milchleistungsprüfung (MLP) oder anderen gleichwertigen Systemen und Einhaltung der Zellzahlgrenzwerte nach MilchgüteVO
1.15 In Verdachtsfällen werden gezielte Untersuchungen durchgeführt
0 nicht erfüllt
1 erfüllt / Schalmtest oder ähnlich wirksame Testverfahren
2 Nachweise vorhanden, dass Erregernachweise und ggf. Resistenztests durchgeführt werden
1.16 Chronisch euterkranke und therapieresistente Kühe werden selektiert
0 nicht erfüllt
1 erfüllt
...
Gesamte Checkliste als Download:
http://www.milchwirtschaft.de/downloadcenter/dateien/qmmilch_checkliste_2010-2012.pdf

Vorgaben für Milcherzeugerbetriebe mit automatischen Melkverfahren


Unterseiten:
-klassischer Mastitiserreger Nachweis
-Mastitis-Erreger-DNA-Identifikation (MEDI)
-Mastitis-Monitoring

Bekanntmachung zur Durchführung von Artikel 3 Abs. 1 in Verbindung mit Anhang III Abschnitt IX Kapitel I der Verordnung (EG) Nr. 853/2004 mit spezifischen Hygienevorschriften für Lebensmittel tierischen Ursprungs (ABI. EU Nr. L 226 S. 22)
hinsichtlich der Anwendung bestimmter Maßnahmen in Milcherzeugungsbetrieben mit automatischen Melkverfahren
vom 29. September 2006

 AMV_Bundesanzeiger.pdf
 

Kann ein erhöhter Gehalt an Mastitiserregern zu einer erhöhten Gesamtkeimzahl führen?


Die Milchdrüse verlassende Milch ist nicht immer keimfrei, sondern enthält einige hundert bis tausend Bakterien/ml, die bereits in der Milchdrüse und besonders bei der Passage des Strichkanals in die Milch gelangen. Strichkanal, Zitzenhaut, Stallluft und kranke Viertel sind mit maximal 10 % an der Anfangskeimbelastung der Milch beteiligt. Die durchschnittliche Gesamtkeimzahl liegt bei ca. 18.000 KbE/ml. Etwa 90 % der Gesamtkeimzahl stammt von den Melkgerätschaften und aus weiteren sekundären Kontaminationsquellen.

1 Liter Stallluft 70 Keime
1 Gramm Sand 225.000 Keime
1 Gramm Straßenstaub 78.000.000 Keime
1 Gramm Erde bis 100.000.000 Keime
1 Gramm Gras bis 200.000.000 Keime
1 Gramm Heu 7.500.000 Keime
1 Milliliter Trinkwasser 10 Keime

Selbst unter Einschluss infizierter Euterviertel liefert das Euter nur einen geringen Teil der Keime, die am Anfang der Lagerzeit (also gleich nach dem Melken) in der Milch gefunden werden können. Diese Kontamination ist zwar quantitativ unbedeutend, jedoch muss beachtet werden, dass bei infektiösen Allgemeinerkrankungen und Erkrankungen des Euters der Milchtiere Krankheitserreger mit der Milch ausgeschieden werden können.
Die aus dem Strichkanal stammenden Mikroorganismen (primäre Kontamination) sind zahlenmäßig am Keimgehalt der Milch nur unbedeutend beteiligt. Die Empfehlung, jeweils den ersten Milchstrahl zu verwerfen, ist nicht durch dessen Keimgehalt, sondern durch die nicht seltenen Schmutzablagerungen an der Strichkanalsöffnung zu begründen.

Primäre Kontamination 0 bis 1.000 Keime / ml ---> bei Mastitis max. 40.000 Keime / ml

Kommen günstige Faktoren hinzu, kann die Anfangskeimzahl, auch Anfangskeimbelastung genannt, entscheidend werden. Keime sind einzellige Lebewesen, die sich durch Teilung vermehren. Es entsteht aus einem Keim zwei, aus zwei werden vier und aus vier acht usw. Die Zeitspanne, die für eine Teilung vergeht, ist von der Keimart und von den "Umweltbedingungen" der Keime abhängig. Coli-Bakterien teilen sich unter optimalen Bedingungen alle 20 Minuten. Das bedeutet: Nach einer Stunde sind es schon acht Coli und nach 24 Stunden steigt die Anzahl der "Nachkommen" eines Coli-Bakteriums auf die unvorstellbare Menge von mehr als 300 Billionen Keime!
Um diese Vermehrung zu unterdrücken, ist die schnelle Kühlung der Milch wichtig.

Lagertemperatur
°C

Anfangskeimzahl

Keimzahl nach 24 Std. Lagerung

4-5

4.000 KbE/ml

5.000 KbE/ml

16

4.000 KbE/ml

1.500.000 KbE/ml


Quellen:
Top Agrar Extra "Mastitis" 1. Auflage 1985
Kellermann, Dr. Rolf; Milchwirtschaftliche Mikrobiologie 4. Auflage 1972
Kielwein, Gerhard; Leitfaden der Milchkunde und Milchhygiene 3. Auflage 1994


www.milchuntersuchung.de
www.mastitismonitoring.de
www.mastitiserreger.de
www.regionallabor.de
www.mastitislabor.de
Stand: 12.01.2011